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Denn ein Gedanke glänzt...
Beschlossen und besiegelt: Die Siegel haben die Beschlüsse und die Zeiten überdauert und werden im Museum der deutschen Versicherungswirtschaft aufbewahrt.
Denn ein Gedanke glänzt...
Nach zahlreichen Entwürfen wurde dieser Plan am 2. Juli 1820 genehmigt und vom Vorstand unterzeichnet.
Denn ein Gedanke glänzt...
"Jedem, der diese edle Hülfanstalt begründen half, Dank und Hochachtung", mit diesen Worten wurde den 118 Handelsherren, die Anteilscheine gezeichnet hatten, die Kupferstich-Vignette, die auch als erstes Firmenzeichen der Gesellschaft gilt, überreicht.

Denn ein Gedanke glänzt auf trübem Grunde

Diese Zeile floss nicht aus Goethes Feder - es war sein Zeitgenosse Ernst Wilhelm Arnoldi, der sie niederschrieb. Und der Gedanke, der ihn bewegte und den er bewegt in Verse kleidete, war der, dass "durch die Vereinigung aller deutschen Fabriken und Manufakturen für gemeinschaftliche Zwecke eine Versicherungsanstalt gegen Feuersgefahr zustande käme". Arnoldis Gedanke, 1818 in einer Abendstunde zu Köln am Rhein geboren, wurde 1820 mit der Gründung der Feuerversicherungsbank für den deutschen Handelsstand Wirklichkeit.

Vom Winter 1818/19 an bis in den Sommer 1919 hinein diskutierte Ernst Wilhelm Arnoldi im "Verein der Innungshalle" in Gotha die Idee mit seinen Standesgenossen. Durch den starken Widerhall, den seine Vorschläge fanden, erwuchs bei ihm der Gedanke an eine repräsentative Vertretung der versicherten Kaufleute aus ganz Deutschland durch die Kaufmannschaft der thüringischen Städte Erfurt, Gotha, Eisenach, LangensaIza und Arnstadt. Diese Städte lagen verkehrsgünstig zueinander und waren über vier staatliche Territorien verteilt. Der besonders wichtige Staat Preußen war durch die Städte Erfurt und Langensalza vertreten.
Auf einer Sitzung in Erfurt am 1.10.1819 wurde die Aufbringung eines Organisationsfonds zur Deckung der Gründungskosten beschlossen. 118 Firmen zeichneten Anteilscheine von je 10 Talern, insgesamt wurden 1240 Taler aufgebracht. Gotha sollte der Sitz der geplanten Bank sein, da die herzogliche Verwaltung die am wenigsten bürokratische war. Ende November 1819 wurden in den fünf Städten Ausschüsse gewählt. Arnoldi entwarf eine Bankordnung, die bereits am 1.1.1820 an die Ausschüsse zur Überprüfung versandt wurde. Dieser Entwurf wurde sehr gründlich überarbeitet. Das Ergebnis war der "Plan der Feuerversicherungsbank für den deutschen Handelsstand". Im März 1820 veranlasste man die Ausschüsse, je einen Vorsteher zu wählen, wobei die fünf Vorsteher zusammen den Vorstand bildeten.

Am 2. Juli 1820 trat dieser Vorstand in Gotha zusammen und beschloss einstimmig die Annahme des vorgelegten Planes als Verfassung des neuen Unternehmens. An diesem Tag wurden auch neben dem Vorstand und den Ausschüssen als dem obersten Organ des Vereins die wichtigsten Exekutivorgane, nämlich der Bankdirektor und der Bevollmächtigte, bestellt. Der Bankdirektor als Bindeglied zwischen dem obersten Organ und der eigentlichen Exekutive sollte sein Amt ehrenhalber führen. Dieses Amt wurde Ernst Wilhelm Arnoldi übertragen.
Die Verfassung wurde von der Landesregierung am 6. 10. 1820 genehmigt und unter dem 18.10.1820 im Allgemeinen Anzeiger veröffentlicht.

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