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Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt

Die Sieben Weisen
Die Sieben Weisen - Mitglieder des provisorischen Kommitees

Dieses Goethewort stellt Dr. Oscar Mehliß, einst stellvertretender Direktor der Gothaer Lebensversicherungsbank, seinem Festbericht über die 100-Jahr-Feier am 9. Juli 1927 voran. Er gedenkt darin der Persönlichkeiten, die neben Ernst Wilhelm Arnoldi das geistige Fundament des Unternehmens geschaffen, ihn beraten und in der schweren Aufbauphase mitgewirkt haben.
Als die Sieben Weisen sind sie in die Firmengeschichte eingegangen. Sie waren die Mitglieder des von Arnoldi eingesetzten "provisorischen Comité's" und ihre Namen zierten die erste Verfassung, mit der unter dem Schutz des regierenden Herzogs von Sachsen, Coburg und Gotha 1827 der Geschäftsbetrieb aufgenommen werden durfte.

Eine Kreidezeichnung von Emil Jacobs ist uns erhalten geblieben sowie die Lebensläufe dieser Herren von Rang und Stand. Nicht viel mehr als ihre Namen und Lebensdaten können wir hier wiedergeben.

Johann Friedrich Freytag, der 1781 in Gotha das Licht der Welt erblickte, zählt zu Arnoldis besten Freunden. Die Aufzählung seiner Verdienste, beruflichen wie menschlichen Qualitäten würde ganze Seiten füllen.

Aber auch er starb, und zwar 1860 als Oberconsistorialpräsident.

Johann Heinrich Wilhelm Waitz wurde 1785 als Sohn eines Landgeistlichen geboren und starb 1860 als Schulrath in Gotha. Er studierte in Jena Theologie, war Hauslehrer in Wien, Hofcollaborator, Pageninformator und Hilfsprediger in Gotha.

Wilhelm von Braun
, ein Freund Arnoldis, wurde 1790 geboren, war herzoglich Anhalt-Bernburgischer wirklicher Geheimrath und Staatsminister und starb 1872 als Ehrenbürger der Stadt Bernburg.

Johann Friedrich Thiemann, 1784 geboren, studierte in Jena Rechtswissenschaften und starb 1836 als Hofrath und Kammerconsulent.

Dr. Valentin Christian Friedrich Rost, 1790 geboren, war Geheimer Oberschulrath in Gotha. Als Gelehrter verfasste er griechische Wörterbücher und unterstützte Arnoldi 21 Jahre lang täglich in seinem schweren Amt. 1862 segnete er das Zeitliche.

Adolph Stieler, der 1775 geboren wurde, leistete Arnoldi in den ersten Stadien der Bankgeschichte die allerwichtigsten Dienste. In Jena und Göttingen absolvierte er das Studium der Rechte und als Zeichner geographischer Karten gewann er Ruhm und Ehre, ehe er 1836 die Augen für immer schloss.

Dr. med. Ernst Friedrich Wilhelm Buddeus, geboren 1783, war praktischer Arzt, Stadtphysicus, Medicinalrath und Mitglied der Herzoglichen Landesregierung in Gotha, starb daselbst 1861. Als Bannarzt haben ihn seine Erfolge in das hellste Licht gesetzt.

Dass es gerade sieben Weise waren, mag Zufall sein. Da aber Ernst Wllhelm Arnoldi ein Mann mit Geist und Fantasie war, mag er aus symbolischen Gründen die Zahl der Mitglieder seines "provisorischen Comité's" auf sieben festgelegt haben. Wer weiß? Die Lebensuhr der würdigen Herren ist lange abgelaufen. Die Gothaer Leben aber lebt und wird auch uns überdauern - hoffentlich.

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