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Der schwierige Neuaufbau

Zweiter Weltkrieg
Trümmerfrauen

Der Zweite Weltkrieg endete für Deutschland am 8. Mai 1945. Er hatte ein unvorstellbares Maß an Leid und Zerstörung über Europa gebracht. Die Zeit nach dem Zusammenbruch stürzte die deutschen Versicherungsgesellschaften in eine der tiefsten Krisen ihrer Geschichte.

Zahlreiche Verwaltungsgebäude waren durch die Kampfhandlungen zerstört, Datenbestände teilweise verloren, und viele Mitarbeiter hatten den Krieg nicht überlebt. Die Versicherungsgesellschaften im Westen Deutschlands konnten nach der Kapitulation ihre Geschäftstätigkeit weiterführen - so gut es eben ging. Kaum jemand hielt es damals für denkbar, neue Geschäfte abzuschließen.

Nach der Zerstörung so vieler materieller und ideeller Werte war Sicherheit nicht gefragt. Hunger und Elend regierten. Wer an die Zukunft dachte, meinte die Nahrungsmittel für den nächsten Tag.
Die im Gebiet der sowjetischen Besatzungszone ansässigen Versicherungsunternehmen waren von dieser für Geschäfte ungünstigen Situation am härtesten betroffen. Den bisherigen Unternehmen wurde durch Befehl der Sowjetischen Militäradministration die weitere Tätigkeit untersagt. In den einzelnen Ländern entstanden staatliche Versicherungsanstalten mit Monopolcharakter, beispielsweise durch das "Thüringische Gesetz über die Verstaatlichung des Versicherungs­wesens" vom 22. September 1945. Die Anträge der Versicherungen auf Zulassung zum Geschäftsbetrieb wurden abgelehnt. Damit verloren die Versicherungsunternehmen ihre Arbeitsfelder in Ost- und Mitteldeutschland ebenso wie die Stammsitze. Sie waren gezwungen, ihre Hauptverwaltungen nach Westdeutschland zu verlegen und einen Neuanfang zu versuchen.

Trotz aller Schwierigkeiten, die sich in den Jahren 1945 bis 1948 durch Kriegsschäden, durch die Unmöglichkeit der Bestimmung von einigermaßen "realistischen Ersatzwerten" in Schadenfällen und durch die Währungsreform ergaben, gelang es den meisten Versicherungsgesellschaften wieder Fuß zu fassen.

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