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Industrielle Revolution prägt das Versicherungswesen

Industrielle Revolution prägt das Versicherungswesen
Versicherungsschild der Phoenix Assurance Company

Zwischen der industriellen Revolution als Teil einer langfristigen Industrialisierung und der Entstehung der deutschen Feuerversiche­rung besteht ein enger Zusammenhang.
Aufgrund der Einführung der Manufakturen im
17. Jahrhundert und mit dem Übergang zum Fabriksystem im 18. Jahrhundert entstand für die einzelnen Unternehmer durch den vermehrten Einsatz teurer Maschinen und die zunehmende räumliche Konzentration von Werten eine Fülle bisher nicht bekannter Risiken. Ebenso bedingte die Aus­dehnung des Handels zwischen den damals 38 Staaten des Deutschen Bundes größere Kaufmannslager. Diesen neuen, stark veränderten Bedürfnissen nach finanzieller Risikoabsicherung waren die regional tätigen Brandkassen nicht gewachsen, da sie sich auf die Versiche­rung der Gebäude beschränkten.

Die englischen Feuerversicherer erkannten durch die vorauseilende wirtschaftliche Entwicklung im eigenen Land schnell, dass es sich lohnen würde, ihre Geschäfte auf das europäische Festland auszu­dehnen. Allen voran die expansive Phoenix Assurance Company, die bereits 1786 ihre erste Filiale in Hamburg eröffnete. Die englischen Versicherungsgesellschaften betrieben sowohl die Gebäude- als auch
die Mobiliarversicherung. Weil sie auf privater Initiative beruhten, kalkulierten sie sehr realistisch und taxierten die sich anbietenden Risiken auf ihre Versicherbarkeit. Die geforderten Prämien waren nach dem Gefahrengrad differenziert und auf die bisherigen geschäft­lichen Erfahrungen abgestellt. Somit trugen die englischen Versiche­rungen wesentlich dazu bei, eine zeitgemäße Versicherungstechnik zu entwickeln, die den Anforderungen der Industrialisierung in Deutschland entsprach.

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