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Der Wettbewerb wird härter

Zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die Anzahl der Versicherungsgesellschaften stark erhöht. Trotz des durch die Industrialisierung wachsenden Marktes für Sachversicherungen entbrannte ein hemmungsloser Verdrängungswettbewerb zwischen den vermehrt auftretenden ausländischen und den vielen einheimischen Versiche­rungsgesellschaften. Der Erste Weltkrieg und die Zerrüttung der deutschen Währung in den Jahren 1919 bis 1923 zwangen die einzelnen Versicherungen zu neuen Überlebensstrategien. Die galoppierende Inflation stürzte das Versicherungsgewerbe, das auf die Stabilität des Geldes angewiesen ist, in eine tiefe Krise.
Besonders die Feuerversicherer hatten große Probleme mit der ständigen Anpassung der Versicherungssummen an den rapide sinkenden Geldwert. Als Reaktion darauf führte die Gothaer Feuerversicherungsbank als erste private Versicherung 1923 eine "Festmark-Versicherung" auf der Basis der Goldmark ein. Damit waren die Kunden in der Inflation vor zu niedrigen Versicherungssummen geschützt, die im Schadenfall nur zu einer Teilentschädigung geführt hätten.

Der Existenzkampf der Versicherungswirtschaft hing in dieser Zeit weniger von den unterschiedlichen Unternehmensformen ab - wie öffentliche Anstalten, Gegenseitigkeitsvereine, Aktiengesellschaften -, als vielmehr von dem Können, Wissen und Geschick der Entscheidungsträger in den einzelnen Unternehmen. Dabei waren die bedarfsgerechte Entwicklung neuer Produkte und die konsequente Nutzung neuer Marktchancen von großer Bedeutung.

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