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Ein Teeservice im Versicherungsmuseum?

Wurden etwa bei einer Tasse Tee historisch bedeutsame Entscheidungen für die Ent­wicklung des Versicherungswesens getroffen oder gehörte das feine Geschirr in grauer Vorzeit zum Büroinventar eines Vorstandsvorsitzenden?

Ein Teeservice im Versicherungsmuseum?
Teeservice mit Ansichten von Gotha und Umgebung aus dem Jahre 1830.

Nichts dergleichen. Aus diesen Tassen wurde nie getrunken. Das Service war eines der vielen Porzellangeschenke, wie sie zum Beispiel preußische Könige an ausländische Diplomaten vergaben, um die große Kunstfertigkeit der heimischen Manufakturen zu zeigen. Die Herkunft des abgebildeten Exponats ist eng verknüpft mit der Geschichte der Familie Arnoldi, die den Gründer der Gothaer Versicherungen hervorbrachte, der nach seinen biographischen Angaben noch selber Porzellan bemalte.

Der Vater Ernst Wilhelm Arnoldis wollte als Händler sein Sortiment mit hochwertigen gewerblichen Erzeugnissen anreichern und hatte gegen Ende des 18. Jahrhunderts die von Stillegung bedrohte Porzellanfabrik in Gotha gepachtet. Zu seinem Ärger wurde ihm das Privileg 1802 wieder entzogen und einem Günstling des damaligen Erbprinzen zugeschanzt. 1829 noch bemühte sich E.W. Arnoldi bei Hofe - leider vergeblich - um eine Wiedererlangung des Privilegs. Etwa bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Erzeugnisse der Gothaer Porzellanmanufaktur von hoher Qualität. Wie andere europäische Manufakturen begann sie Ende des 18. Jahrhunderts, ihre Porzellane mit Veduten zu bemalen.

Einen Höhepunkt erreichte diese Art der Porzellandekoration nach den Befreiungskriegen, nach denen in den deutschen Staaten besonders vaterländische Ansichten am Hof und im wohlhabenden Bürgertum gefragt waren.

Das abgebildete Teeservice stammt aus dem Jahr 1830. Auf den Schauseiten sind Ansichten von Gotha und Umgebung in goldenen Rahmen und mit Rankenwerk verziert. Ein so gut erhaltenes und vollständiges Service ist von äußerster Seltenheit und eines der vielbeachteten Exponate im Museum der deutschen Versicherungswirtschaft.

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