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Die Gothaer Innungshalle
Die Gothaer Innungshalle im Jahr 2004, Foto von Kamen Pawlow
Die Gothaer Innungshalle
Die Innungshalle im Jahr 1956 mit russischen Besatzungssoldaten

Wenn Häuser erzählen könnten

Das mächtige Gebäude der Innungshalle am unteren Hauptmarkt in Gotha hat eine lange und wechselvolle Geschichte, in der auch die beiden Gothaer Versicherungsbanken eine bedeutende Rolle spielen.

Glanzvolle und kriegerische Zeiten hat das Haus erlebt, Zerstörung und Wiederaufbau, Kommen und Gehen von Generationen. Landgrafen, Klosterbrüder und Bürgerliche haben darin gelebt und gewirkt. Man hat dem Haus Wunden geschlagen, hat an- und umgebaut. Aber es hat überstanden, hat standgehalten. Nach Jahren der Vernachlässigung fällt heute wieder warmes Licht aus den Fenstern, und Menschen füllen die Räume mit geschäftigem Treiben.

Urkundlich erwähnt wurde das Gebäude erstmals im 13. Jahrhundert, als es der Ritter Heinrich von Glitzberg dem Kloster Reinhardsbrunn schenkte. Später wurde es Sitz eines landgräflichen Stadtvogtes und Mitte des 14. Jahrhunderts nach einer Erweiterung als Rathaus genutzt. In den Jahren 1632 und 1665 fiel es Stadtbränden zum Opfer. Nach dem Wiederaufbau zogen Verwaltungsbeamte der Stadt ein. Von 1687 bis 1689 spielte man sogar Theater in seinen Räumen.

Im Jahr 1818 mietete Ernst Wilhelm Arnoldi im 2. Obergeschoss eine Etage für die von ihm im gleichen Jahr gegründete Handelsschule. 1820 erwarb der ebenfalls von ihm gegründete „Verein der kaufmännischen Innungshalle” das Gebäude. Die Bezeichnung „Altes Rathaus” fiel zugunsten von „Innungshalle” fort. Im gleichen Jahr gründete Arnoldi – nachdem er die thüringische Kaufmannschaft durch den Verein der Innungshalle für seine Pläne gewinnen konnte – die Feuerversicherungsbank für den deutschen Handelsstand und sieben Jahre später die Gothaer Lebensversicherungsbank. Beide hatten ihre Büros zunächst in der Innungshalle, ehe sie Mitte des 19. Jahrhunderts eigene repräsentative Gebäude auf der Bahnhofstraße in Gotha bezogen.

Geschäfte, eine Sparkasse, Wohnungen und Büros der Stadtverwaltung bestimmen fortan das Bild der Innungshalle bis auf den heutigen Tag.

Im Archiv des Gothaer Hauses der Versicherungsgeschichte wird der Geschichte der Innungshalle besondere Aufmerksam geschenkt. Ist es doch der Ort, wo vor nahezu zwei Jahrhunderten die Wiege der Gothaer Versicherungen stand.

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